Schwangerschaftsdiabetes

Was ist ein Schwangerschaftsdiabetes?

Ein Schwangerschaftsdiabetes wird in der Medizin auch als Gestationsdiabetes bezeichnet.
Bei dieser Form des Diabetes handelt es sich um eine in der Schwangerschaft erstmalig aufgetretene Störung des Zuckerstoffwechsels.
Schwangerschaftsdiabetes wird bei ca. 5 % der deutschen Schwangeren diagnostiziert.
Deshalb sollten alle Schwangeren ab der 24. Schwangerschaftswoche auf Schwangerschaftsdiabetes untersucht werden.

Wie wird Schwangerschaftsdiabetes festgestellt?

Ein Schwangerschaftsdiabetes kann durch einen Zuckerbelastungstest, den sogenannten oralen Glukosetoleranztest (oGTT) festgestellt werden.
Der oGTT wird morgens nüchtern durchgeführt. Nach dem Messen des Nüchternblutzuckers wird eine 75g Zuckerlösung verabreicht. Diese sollte schluckweise innerhalb von 3 -5 Minuten getrunken werden. Weitere Blutzuckermessungen werden 1 Stunde und 2 Stunden nach Ende des Trinkens der Zuckerlösung durchgeführt. Bei Überschreiten festgelegter Grenzwerte für den Blutzucker liegt ein Schwangerschaftsdiabetes vor.

Habe ich Risiken für das Vorliegen eines Diabetes?

Im Folgenden sind die wesentlichen Risiken für einen Diabetes mellitus aufgeführt:

  1. Erhöhtes Alter (>45 Jahre)
  2. Übergewicht (BMI vor der Schwangerschaft > 30 kg/m2)
  3. Körperliche Inaktivität
  4. Eltern oder Geschwister mit Diabetes
  5. Angehörige einer ethnischen Riskopopulation (z.B. Asiatinnen, Lateinamerikanerinnen)
  6. Vorangegangene Geburt eines Kindes mit einem Geburtsgewicht über 4500 g
  7. Schwangerschaftsdiabetes in einer vorangegangenen Schwangerschaft
  8. Bluthochdruck (>140/90 mmHg)
  9. Ggf. Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Antihypertensiva, Gukokortikoide)
  10. Abnorme Blutfettwerte (Dyslipidämie)
  11. Polyzystisches Ovarsyndrom
  12. Prädiabetes
  13. Andere klinische Zustände, die mit Insulinresistenz assoziiert sind
  14. Vorgeschichte mit KHK, pAVK, zerebral-arterieller Durchblutungsstörung

Liegt einer der genannten Risikofaktoren vor, sollte eine Gelegenheits-Blutzucker-Kontrolle bereits vor der 24. Schwangerschaftswoche erfolgen.

Ich habe keinen der genannten Risikofaktoren. Sollte ich trotzdem einen Schwangerschaftsdiabetes ausschließen lassen?

Auch wenn keine Risiken vorliegen, sollte ein oGTT nach der 24. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.
Eine kanadische Studie zeigte, dass bei einem risikoadaptierten Screening 53 % der Fälle, ein GDM nicht diagnostiziert wurde.